Fragen formulieren

Zehn Regeln für verständliche, verzerrungsfreie Fragebogenfragen.

Fragen formulieren

Eine sehr gute Anleitung des Ministeriums für Digitales mit den häufigsten Fehlern beim Formulieren von Fragen und Beispielen wie man es besser machen kann findet ihr in den Servicestandards.

Als generelle Regeln gelten bei der Formulierung von Fragebogenfragen nach Porst et al. (2019⤴) folgende Punkte:

  1. Einfache, unzweideutige Begriffe verwenden, die von allen Befragten gleich verstanden werden. Was „einfach” bedeutet, hängt stark von der Zielgruppe ab.
  2. Kurze, einfache Fragen formulieren. Lange Fragen verwirren und enthalten oft überflüssige Informationen.
  3. Keine hypothetischen Fragen stellen. Befragte können sich oft nicht zuverlässig in Situationen versetzen, in denen sie nicht sind.
  4. Doppelte Stimuli und Verneinungen vermeiden. Eine Frage sollte immer nur einen Sachverhalt abfragen.
  5. Keine Unterstellungen oder suggestive Formulierungen. Diese schränken den Antwortspielraum der Befragten ein.
  6. Keine Fragen zu Informationen, über die Befragte mutmaßlich nicht verfügen. Fehlendes Wissen senkt die Motivation und verschlechtert die Datenqualität.
  7. Eindeutigen zeitlichen Bezug herstellen. Vage Zeitangaben wie „in den letzten Wochen” sind zu vermeiden; konkrete Anker wie „im September 2018” sind besser.
  8. Antwortkategorien erschöpfend und disjunkt gestalten. Jede Person muss sich eindeutig einer Kategorie zuordnen können.
  9. Kontexteffekte kontrollieren. Vorherige Fragen können die Beantwortung späterer Fragen beeinflussen. Dies lässt sich am besten durch Pretests prüfen.
  10. Unklare Begriffe definieren. Wenn Vereinfachung nicht möglich ist, sollten Fachbegriffe erklärt werden.